Lieber Gerhard,

wir Sozialdemokraten haben uns auch in schwierigen Zeiten immer konstruktiv auseinandergesetzt.

Im Sommer 2002 hast Du mit einem mutigen “NEIN” erklärt, dass sich Deutschland nicht an einem Krieg gegen den Irak beteiligen werde.

Damals hast Du ein Bündnis mit dem französischen Präsidenten Chirac und dem russischen Präsidenten Putin gebildet.

Das war richtig und das war mutig. Sehr viele Menschen danken Dir dafür und haben das nicht vergessen.

Doch die Dinge ändern sich. Menschen ändern sich.
Putin ist ein lupenreiner Diktator. Der Einmarsch Putins mit seiner russischen Armee in die Ukraine verstößt gegen internationales Völkerrecht. Aber das weißt Du.

Wenn Du Deinen Einfluss auf Putin nicht mehr geltend machen kannst, dann bitte zeig ihm, dass Du den Einsatz vieler Demokraten gegen Putins brutalen Krieg unterstützt und lege alle Deine Aufsichtsratsmandate in russischen Unternehmen nieder.

Lass uns weiterhin stolz auf Dich sein, stolz darauf, dass Du einmal unser Kanzler warst, der uns vor der Teilnahme an einem fürchterlichen Krieg im Irak bewahrt hat.

1 Kommentar
  1. Norbert Hobusch
    Norbert Hobusch sagte:

    Ein freundliches Hallo an die Verfasser dieses offenen Briefes an Gerhard Schröder!
    In vielen der angesprochenen Punkten Punkte stimme ich Ihnen zu. Ich habe als traditioneller Wähler der SPD, wie die Wahlperioden davor auch, der Partei meine Stimme in der Hoffnung gegeben, mit Dr. Schröder als Kanzler Kandidat einen,
    soweit in der Politik überhaupt möglich, honorigen Vertreter meiner politischen Interessen zu wählen. In Sachen Irak Krieg wurden meine Vorstellungen eines ehrlichen Sachwalters nicht enttäuscht. Danke dafür. Mit der Agenda 2010 sah die Sache schon anders aus. Das bis heute bestehende soziale Ungleichgewicht hat sich erst mit dem Bemühen von Hubertus Heil marginal verändert. Mehr war aus der Arbeit in der GroKo wohl nicht möglich und auch nicht zu erwarten. Dass Herr Schröder
    nach der Abwahl der SPD sein aus seiner Sichtweise erstrebenswert höchstes politisches Amt verlor scheint einen mentalen Bruch ausgelöst zu haben. Mittlerweile
    schäme ich mich dafür ihm damals meine Stimme gegeben zu haben. Ich bin Jahrgang 1943 und habe die Kriegs Zerstörungen in meiner Vaterstadt Hamburg durch einen Wahnsinnigen noch gut in Erinnerung. Um so weniger verstehe ich Schröders Weigerung einen konsequenten Schlußstrich unter alle Verbindungen zu Putin und seiner Nomenklatura zu vollziehen. Wirtschaftliche Interessen sollten in diesem Zusammenhang hinter Anstand und Menschlichkeit zurückstehen. Durch seine Weigerung entsprechend zu reagieren schadet er der SPD in nicht unerheblichem Umfang. Putin und seine Helfershelfer, zu denen ab jetzt auch Dr. Schröder zähle, werden hoffentlich irgendwann einmal zur Verantwortung gezogen.
    Ich schäme mich heute mit meiner damaligen Stimme Schröder zu seiner Kanzlerschaft verholfen zu haben. Schon lange kann ich mich des Eindrucks nicht entziehen, dass die SPD nicht den Mut hat diesen Mann als das zu verstehen, was er
    m.E. ist : Ein Verräter am sozialdemokratischen Gedanken und ein Totengräber der Sozialdemokratie. Habt bitte endlich den Mut diesen Typen aus Euren Reihen auszuschliessen. Er gehört nicht in diese Partei ! Macht Euch wieder ehrlich, Bitte!
    Dann kann ich auch weiterhin die SPD mit ihren vielen guten und ehrlichen Mitgliedern und politischen Vertretern wählen. Sonst wird die Partei auf den Rest meines Lebens einen traditionell treuen hanseatischen Wähler verlieren. Auch wenn ihr in Starnberg sicherlich nicht viel mit hanseatischer Tradition am Hut habt, auch das bundesweite Ergebnis zählt und euer offene Brief hat mir in seiner Ehrlichkeit und
    Deutlichkeit gefallen. Hauptsache er wird vom Adressaten auch zur Kenntnis genommen.
    Mit freundlichen Grüßen nach Starnberg
    Norbert Hobusch

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